Mobile Geschäftsanwendungen – Web-App oder native App

Veröffentlicht von Jörg Friedrich am 02. August 2018

Wenn für einen Geschäftsprozess eine Lösung auf dem Smartphone oder dem Tablet benötigt wird, stellt sich oft die Frage, ob eine „echte“ App programmiert werden soll oder ob es besser ist, eine mobile Webseite, also eine Web-App, zu entwickeln. Beides hat Vor- und Nachteile und am Ende ist die Entscheidung oft ein Kompromiss, eine Abwägung von Prioritäten.

Checkliste Web-App vs. Native App

Die folgenden Fragen sollen helfen, die richtige Entscheidung zwischen Web-App und nativer App zu treffen. Dabei sind die Empfehlungen, die aus den Antworten folgen, oft nicht eindeutig. Am Ende ist eine Zusammenschau nötig, wenn nicht irgendeine der Fragen zu einem KO-Kriterium für die eine oder die andere Technologie wird. Beginnen wir mit der komplexesten Frage:

Muss die Arbeit auch ohne ständige Verbindung zum Server möglich sein?

Wenn während der Arbeit ständig Daten vom Server benötigt werden, oder wenn dort ständig Daten abgelegt werden müssen, ist sowohl eine Web-App als auch die native App geeignet. Umgekehrt liegen die Dinge jedoch anders. Soll die App auch im Funkloch, also ohne Verbindung zum Internet funktionieren, ist zunächst die native App zu bevorzugen. Sie kann quasi unbegrenzt Daten lokal speichern und lässt sich natürlich, einmal installiert, auch ohne Netzverbindung aufrufen. Wenn die Serververbindung wieder steht, werden die Daten einfach übertragen. Gute Beispiele sind hier die Apps der Social-Media-Netzwerke, die das inzwischen wunderbar können.

Allerdings sind Web-Apps, die auf HTML5 basieren, auch in der Lage, Daten zwischenzuspeichern, sodass auch mit ihnen eine Weiterarbeit ohne Internetverbindung in gewissem Umfang möglich ist.

Beispiel: INDAL hat eine Web-App zur Kontrolle von Messtationen entwickelt, die oft an Orten ohne stabile Internet-Verbindung stehen. Bevor der Kontrolleur die Station aufruft, lädt er die Daten, dann gibt er vor Ort die aktuellen Werte ein – wenn die Internet-Verbindung wieder da ist, werden diese übertragen.

Wenn ohnehin ständig auf Daten aus dem Netz zugegriffen werden muss, spielt dieses Kriterium keine Rolle – dann sind Web-App und native App gleich gut geeignet.

Wird die Hardware des Smartphones oder Tablets benötigt?

Benötigt die Anwendung Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Geo-Lokalisierung, Beschleunigungssensor und andere Teile der Hardware des Smartphones oder Tablets? In diesem Fall ist die native App zu bevorzugen. Mit ihr kann optimal auf diese Komponenten zugegriffen werden.

Allerdings ist es nicht so, dass eine Web-App da völlig „machtlos wäre“. Das Fotografieren oder das Ermitteln der aktuellen Position etwa ist auch von einer mobilen Webseite aus möglich. Hier muss man also genau untersuchen, was man braucht.

Müssen verschiedene Plattformen (iOS, Android) unterstützt werden?

Wenn man überhaupt nicht weiß, ob der Benutzer mit einem iPhone oder einem Android-Smartphone unterwegs ist, dann muss für jede Plattform eine gesonderte native App erstellt werden. Das macht die Sache teuer, zumal man die App dann auch noch via App-Store bereitstellen muss (in jedem Fall bei iOS, bei Android ist das nicht zwingend nötig). Will man diese Kosten sparen, bleibt nur die universelle Web-App – die natürlich auch in den verschiedenen Browsern, die auf den Smartphones und Tablets installiert sein können (Opera, Safari, Google Chrome), ausgiebig getestet werden müssen.

Allerdings ist es gerade bei Business-Anwendungen möglich, genau festzulegen, auf welchem Endgerät die App zum Einsatz kommt. Dann muss nur für diese Plattform entwickelt werden.

Beispiel: INDAL hat die eigene Projektzeitererfassung als Android-App entwickelt. Wer ein Android-Smartphone oder Tablet hat, kann diese nutzen, die anderen Mitarbeiter nutzen die Web-App.

Weiteres Beispiel: Für einen Kunden, dessen Vertriebsmitarbeiter eine Vielzahl von Verkaufs- und Vertragsdaten immer dabei haben wollen, wurde eine Android-App entwickelt. Die Vertriebsmitarbeiter wurden mit den passenden Geräten ausgestattet. Die Daten laden sie sich rechtzeitig vor dem Kundenbesuch auf das Tablet – so benötigen sie während des Gesprächs keine Internet-Verbindung.

Fazit

Es gibt noch einige weitere Fragen, aber die obigen drei helfen am besten bei der Entscheidung, ob eine Web-App oder eine native App für eine Business-Anwendung die richtige Lösung ist. Auf beiden Wegen ist es möglich, leistungsstarke Anwendungen für Geschäftsprozesse zu implementieren.

Weitere Informationen zur Entwicklung von Android-Apps bei INDAL finden Sie hier.

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