Zwanzig Jahre Unternehmensgeschichte INDAL, das ist auch die Geschichte der Softwarebranche und das ist vielleicht auch ein guter Moment einmal kurz zurückzublicken. Man muss es damit nicht übertreiben, aber um eine Firma wie INDAL auch mit Blick auf die nächsten 20 Jahre richtig einschätzen zu können, ist es gut, einen Blick auf die Vergangenheit zu werfen.

Quasi nichts erinnert heute noch an die Zeit vor 20 Jahren, auch wenn sich die Dinge, die heute selbstverständlich sind, damals bereits ankündigten. Windows 3.1 lief auf fast allen PCs, oder Windows for Workgroups, das eine Vernetzung ermöglichte. In den Firmen standen schon Fileserver von Novell oder Microsoft. Die erste Verkabelung machten wir selbst, von Computer zu Computer, mit BNC-Kabeln. Es gab auch schon, irgendwo, das Internet. Bald hatten wir unseren ersten E-Mail-Account, bei Compuserve und dann bei AOL. Das D-Netz gab es auch schon, als INDAL gegründet wurde, und es dauerte nicht lange, bis wir uns das erste Mobiltelefon kauften.

Irgendwie war also alles schon da, was heute sozusagen das Rückgrat des geschäftlichen Alltags ist. Aber es spielte im täglichen Geschäft noch keine große Rolle. Wir programmierten die ersten Anwendungen in C und C++, bald in Visual Basic, und hörten irgendwann auch etwas von Java.

Eigentlich wollten wir immer nur Individualsoftware für Unternehmen entwickeln, Geschäftsprobleme verstehen und mit Software lösen. Aber erstmal mussten diese Unternehmen von uns erfahren, und das gelang auf einem Umweg. Mitte der 1990er Jahre wurden plötzlich alle Büroarbeitsplätze mit PCs ausgestattet, und die Menschen mussten lernen, eine so genannte „Maus“ auf dem Schreibtisch so hin und her zu bewegen, dass ein kleiner Pfeil sich auf dem Bildschirm an die richtige Stelle schob. Sie mussten lernen, Texte zu schreiben, Präsentationen zu erstellen und ähnliches. Wir machten Seminare – und schrieben Word-Makros, bauten komplexe Excel-Sheets und erstellten Access-Datenbanken. Die Aufträge wurden größer und die Anforderungen komplexer.

So wurden wir von einer kleinen Softwarefirma zu einem Seminaranbieter und dann wieder zur Softwarefirma. Denn der Bedarf an Seminaren ging wieder zurück, und wir überließen das Geschäft anderen Unternehmen, die sich darauf spezialisiert hatten.

Wir mussten uns also immer wieder neu erfinden. Mussten Trends aufnehmen, bewerten und uns entscheiden, ob wir ihnen folgen und uns ändern, oder ob wir lieber auch mal abwartend zusehen, etwa, als die Webdesigner begannen, jedem Unternehmen einen Internet-Auftritt zu schneidern. Wir blieben unserem Lieblingsgeschäft treu, das Kerngeschäft der Kunden zu verstehen und genau dieses mit einer maßgeschneiderten Individuallösung zu unterstützen.

Aber auch, wenn man so einer Idee treu bleibt – auch wenn seit zwanzig Jahren das Ende der Individualsoftware ausgerufen wird – muss sich ein Unternehmen wie unseres ständig wandeln. Welches ist die wichtigste Technologie in nächster Zeit? Wie wird in Zukunft Software entwickelt? Mit großen Geschäftskunden kann man nicht jedem Hype hinterherjagen, da muss man auch ein bisschen konservativ denken, aber man darf auch den Moment nicht verpassen, in dem aus einem Hype dann doch mal ein richtiger Trend wird.

So ist es auch heute, und das ist unsere Maxime. Ein bisschen geht’s uns wie dem alten Faust von Goethe:

Dem Tüchtigen ist diese Welt nicht stumm.

Was braucht er in die Ewigkeit zu schweifen!

Was er erkennt, läßt sich ergreifen.

Er wandle so den Erdentag entlang;

Wenn Geister spuken, geh‘ er seinen Gang,

Im Weiterschreiten find‘ er Qual und Glück,

Er, unbefriedigt jeden Augenblick!

Und das bleibt auch in den nächsten 20 Jahren gültig. Was da wirklich passieren wird, darüber lohnt sich nicht einmal eine Spekulation. Niemand weiß, welche spannenden Ideen und Konzepte wirklich vom Markt akzeptiert werden. Es kann immer nur darum gehen, die tatsächlichen Anzeichen für das Wachsen erfolgversprechender Technologien und Architekturen rechtzeitig zu erkennen und gemeinsam mit den Kunden herauszufinden, was sich davon sinnvoll für das Erreichen der Geschäftsziele nutzen lässt.

Was sich da zeigt, sind große und kleine Tendenzen. Offenbar werden viele Geschäftsanwendungen zukünftig als Web-Anwendungen entwickelt werden. Wir glauben, dass eine wichtige Aufgabe von professionellen Softwareentwicklern in den nächsten Jahren sein wird, klassische Anwendungen in eine Web-Architektur zu überführen. Die Bearbeitung von Geschäftsvorfällen von mobilen Geräten aus ist ein Motor dieser Entwicklung, wie überhaupt die Auflösung der Ortsgebundenheit der Arbeit.

Das hat aber mehr Konsequenzen als nur die Veränderung der inneren Architektur der Software. Erwartungen an das Verhalten von Web-Anwendungen werden im Internet geprägt, und die Menschen übertragen diese Erwartungen in die Geschäftswelt. Businessanwendungen werden möglicherweise bald so aussehen und funktionieren wie Social media Plattformen, Benutzer werden z.B. einen Nachrichtenstream erwarten, der ihnen die neuesten und relevanten Geschäftsvorgänge auf den Schirm bringt.

In Frage gestellt werden auch die klassischen Release-Zyklen. Neue Features und Problembeseitigungen tauchen einfach auf, man entdeckt sie und probiert sie aus, und wenn sie sich nicht bewähren, verschwinden sie wieder.

Wir erwarten außerdem, dass Konzepte, die unter den Stichworten Industrie 4.0 und Big Data in bestimmten Branchen entwickelt werden, sich in abgewandelter Form in vielen Geschäftsanwendungen wiederfinden. Das alles sind spannende Entwicklungen, deren Konturen sich gerade abzeichnen und die sicherlich Überraschungen bringen werden. Wie gesagt, nicht jeden Hype muss man mitmachen, das wäre im Interesse unserer Kunden auch unseriös. Aber wir beobachten die Trends, um im richtigen Moment das Gespräch darauf zu bringen. Darin sehen wir unsere Aufgabe als Software-Spezialisten für Geschäftsanwendungen.

Geschichte der Softwarebranche
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