Wo startet man am Besten, wenn man für ein Software-Projekt Anforderungen erfassen und analysieren will. Es gibt drei Wege, einer ist naheliegend und falsch, zwei andere können, wenn sie in der reichtigen Situation angewendet werden, zum Erfolg führen.

Einfach fragen?

Die erste Idee, die man als Analyst haben kann, ist, einfach zum Auftraggeber oder zu den Anwendern zu gehen und sie nach ihren Wünschen und Anforderungen zu fragen. Meistens bekommt man auf diese Weise einen „bunten Straus“ von Ideen und Wünschen, deren Priorisierung von der subjektiven Betroffenheit des Einzelnen abhängt. Dieses Vorgehen bringt viele Probleme mit sich, die beiden wichtigsten sind:

  • Es werden falsche Erwartungen geweckt, da die Interviewten oft glauben, alles was sie formulieren, wird auch umgesetzt.
  • Die erfassten Anforderungen sind nur in den seltensten Fällen vollständig und richtig priorisiert.

 

As-Is-Analyse

Wenn bereits eine Anwendung existiert, die abgelöst werden soll – und das ist heute in den meisten Projekten der Fall – bietet sich eine Analyse der Ist-Situation an. Diese sollte möglichst unabhängig von Benutzern und Anforderern beginnen.

 

Sehr sinnvoll ist, diese As-Is-Analyse mit einem Abgleich der bestehenden Dokumentationen (System, Datenbank, Handbücher) zu koppeln – hier zeigen sich schnell offene Punkte, aber auch Hinweise auf die Qualität des bisherigen Anforderungsmanagements.

 

Aus der As-Is-Analyse ergeben sich dann sinnvolle Ansätze für gezielte, strukturierte Interviews.

 

Geschäftsprozessanalyse

Ist noch kein System im Einsatz oder soll mit dem neuen System der gesamte Geschäftsprozess grundlegend verändert werden, startet die Anforderungsanalyse mit einer Analyse und Dokumentation der aktuellen und der geplanten Geschäftsprozesse.

Hier kommt das Standard-Instrumentarium zum Einsatz: Prozessanalyse, Datenmodellierung, Dokumentanalyse, Objektmodellierung. Die Anforderungen können dann weitgehend selbstverständlich aus den Modellen abgeleitet werden.

Wenn Sie Fragen zu diesem Artikel haben oder weitere Informationen wünschen, kontaktieren Sie den Autor: Jörg Friedrich

Software-Anforderungen analysieren – wie fängt man an?

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